Vor einiger Zeit, vor 15000 Jahren, gab es schon unseren Planeten Erde. Es gab auch schon Menschen. Sie waren so wie wir. Besonders für heute-lebende Menschen mit Kontakt zu Naturwissenschaften sind das keine spannenden Neuigkeiten. Man kann sich aber auch mit anderen Hintergründen diesen Ansichten nähern. Selbst wenn diese schlichten Aussagen keine Akzeptanz finden, sollen die hier verbreiteten Gedankengänge nachvollziehbar sein, dabei bleibt Europa im Blick.

Slawen, Germanen, auch Kelten waren vor vielen Jahrtausenden noch unbekannt, genauso unbekannt wie die heute lebenden Völker es damals waren. Wer dies bezweifelt, kann nachforschen. Wie das Leben tatsächlich in allen Einzelheiten vor 15000 Jahren verlief, werden wir nicht erfahren. Wir können nicht alle Einzelheiten wissen. Und nicht mit absoluter Sicherheit in Erfahrung bringen.

Doch was wir wissen können, entspringt zwei Quellen. Die eine Quelle entspringt der Beschäftigung mit dem was an Altem physisch zu finden ist, auf und unter der Erdoberfläche. Man kann diese Beschäftigung auch Archäologie nennen. Die andere Quelle entspringt aus dem was von Mensch zu Mensch über viele Generationen sprachlich weitergetragen wurde und noch wird. Für die Zeit von vor 15000 Jahren sind, zumindest bisher, keine vergegenständlichten Überlieferungen bekannt, die mittels einer entwickelten Schriftsprache komplexe Sachverhalte aus dieser zurückliegenden Zeit wiedergeben könnten. Fundstücke wie Werkzeuge aus Stein, Muscheln als Schmuckstücke oder versteinerte Nahrungsreste wie Knochen von erlegten Tieren und Kerne von Obst gibt es hin und wieder, diese Funde muß man bewerten, mit Hilfe von ausgefeilter Technik und viel Wissen gelingt das.

Es gibt aber auch das Gedächtnis der Menschenheit an sich. Wie weit das menschliche Gedächtnis zurückreicht, kann man ein wenig beim Nachsinnen über große Naturkatastrophen wie der Sintflut oder einem Asteroiden- oder Kometeneinschlag erahnen. Nicht unwahrscheinlich ist, daß Sintflut und der hier gemeinte Einschlag, der vermutlich auf einem anderen Erdteil im Westen in Richtung Osten beobachtet und über Kalendersymbolik weitergegeben wurde, das selbe epochale Ereignis betreffen könnten. Dies überspannt aber nicht eine Zeit mit einer solchen Dauer von fünfzehn Jahrtausenden. In diesem Zusammenhang kann man es sich gönnen einmal ganz kurz die Sache mit den Märchen- oder Fabeltieren sehr vorsichtig kritisch zu überdenken. Was die Sintflut betrifft, liegt es nach Einschätzungen von Fachleuten nahe, daß es ein solches Ereignis gegeben hat. Oder gegeben haben könnte. Man kann das glauben oder es sein lassen.

Beide Möglichkeiten einer Überlieferung aus der menschlichen Vergangenheit sind zumindest mit Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Wird falsch kombiniert und geschlußfolgert, entsteht ein falsches Bild von einer Siuation. In gewisse Verbindung kommen die Möglichkeiten zueinander, wenn es zum Beispiel um sehr alte Plätze in der Natur und deren alte Namen geht. So haben die Namen von Flüssen oder Bergen machmal einen sehr alten Ursprung. In den Sprachen Europas, und auch in den Sprachen anderer Weltgegenden, finden sich gelegentlich Begriffe für Naturplätze wieder, die jahrtausendealt sind. Die Bedeutung der einzelnen Begriffe ging oft verloren. Man kann aber die Bedeutungen zumindest erahnen, wenn man sich mit Kenntnis des Wie damit beschäftigt. Man kann das als sprachvergleichende Archäologie bezeichnen. Warum heißt beispielsweise der Fluß Donau so? Und wie heißt der Fluß der durch die nächstgrößere Ortschaft fließt, was bedeutet dieser Flußname? Eine Antwort auf diesen Fragen wird die Leserin, den Leser, vielleicht ein wenig überraschen. Warum? Weil die Antwort überraschend einfach verständlich sein könnte. Oder die Namensbedeutung eines mehr oder weniger bekannten Berges,- auch dies kann eine Überraschung sein. Wenn man sich beispielsweise mit der Fluß- und Flurnamensbedeutung in einem anderen Land mit einer anderen Sprache beschäftigt, wird man feststellen, daß diese Namen oft ganz einleutend sind. Am griffigsten ist vielleicht die Beleuchtung der Namen von Stämmen und Völkern. Aber so weit reicht das menschliche Gedächtnis kaum zurück. Ja, Sprachforschung kann interessant sein. Man kann aber auch sagen, dies ist doch so banal. Ja, genau. Banal.

Wie lebten nun unsere Vorfahren? Lebten sie besser oder schlechter? Und was ist schlechter oder besser? Vor fünfzehn Jahrtausenden war die Welt klimatisch noch in der bisher letzten Eiszeit. Das bedeutete, daß vor allem der Norden Europas unter einem mächtigen Eispanzer lag. Das physische Leben unserer Vorfahren war generell unsicherer, in unserer heutigen Auslegung. Zeiten der Knappheit von Nahrung, das unmittelbare Ausgesetztsein gegenüber den gelegentlichen Unbilden der Natur, das oft hilflose Ausgeliefertsein gegenüber lebensbedrohenden Krankheiten gehörten zum Leben dazu. Die Jagd auf essbare Tiere war nicht immer ungefährlich. Das Ur, das man in manchen Gegenden jagen konnte, der Vorfahr unserer heutigen Milchkühe, war ein imposantes, wehrhaftes Rind. Es wurden auch Tiere ihres Felles wegen gejagt, zum Beispiel der Braunbär, der auch nicht harmlos war und es auch heute noch nicht ist. Ziemlich verdrängt und vergessen in der heutigen Zeit ist, daß der Mensch damals ebenfalls ein Glied in der Nahrungskette anderer Tiere war. Er war für Raubtiere einfach Futter. Das klingt nicht so gut, ist aber die platte Wahrheit. Die Menschen waren viel weniger mit Arbeit beschäftigt. Ihre Arbeit war vor allem die Jagd und das Sammeln von essbaren Pflanzen und deren Teile. Wurde ein großes Tier erlegt, gab es reichlich etwas zu essen. Blieb der Jagderfolg für einige Zeit aus, hieß das hungern. Die Sache mit dem Getreide und der Ernährungssicherheit kam Zeiten später. Gelegentliche Gewalt unter den Menschen damals, so zwischen Einzelnen oder Gruppen, kann nach heutiger Ansicht nicht ausgeschlossen werden. Das Kooperieren mit den Anderen dürfte aber der Normalfall in einer potentiell gefährlichen Natur gewesen sein.

In mental-seelischer Hinsicht war ihr Leben aber wahrscheinlich über Zeiträume hinweg geruhsamer. Vor 15.000 Jahren war der Mensch auch Künstler. Nicht unbedingt jeder einzelne Mensch brachte etwas Geniales hervor. Sondern die alltägliche Kunst umgab die Menschen in Form ihrer individuellen Bekleidung zum Schutz gegen Kälte und Witterung, vielleicht als Körperbemalungen oder Tätowierungen, Verzierungen von Jagdwaffen und anderem. Malereien und Einritzungen auf Felsen und in Höhlen wurden uns überlassen, die seine Beschäftigung mit der Welt die ihn umgab, belegen. Die Menschen lebten miteinander, im Alltäglichen, in der Benutzung der Sprache und in gemeinsamen Vorstellungen. Die gemeinsamen Vorstellungen umfaßten ihre Ansichten zum Umgang der Menschen miteinander und wahrscheinlich zum Jenseits, was immer man darunter verstehen will. Sitten und Gebräuche beeinflußten das Leben Einzelner und der Gemeinschaft. Da der Mensch mehr braucht als die biologischen Grundbedürfnisse zu befriedigen, dürfte es nicht verwundern, daß auch der Glaube an eine existierende Welt jenseits des Sichtbaren alltägliche Wirklichkeit war. Dieser Glauben gab dem Menschen eine menthal-seelische Stütze. Der sprachliche, materielle und genetische Austausch zwischen kleineren und größeren Gruppen war real. Noch heute lassen sich beispielsweise durch Funde von Gegenständen, oft im Erdreich, Handelsbeziehungen nachweisen. Die damaligen Handelswege waren zum Teil sehr weitreichend. Sie erstreckten sich teilweise über Hunderte von Kilometern Entfernung zwischen dem Ursprungsort und dem heutigen Fundort der Gegenstände. So gelangten Muschel- und Schneckengehäuse auch bis in meeresferne Gebiete.

Die Menschen vor fünfzehntausend Jahren waren so wie wir. Generell unterscheidet uns nichts von unseren Vorfahren im Hinblick auf Körper- und Geisteskraft. Sie wußten nur noch nicht viel von Technik, Finanzwirtschaft und Wirtschaftsorganisationen. Sie dachten vermutlich in anderer Weise über sich und ihre Welt nach als wir dies tun. Und ihre Lebenszeit war bedeutend kürzer. Haben wir Gemeinsamkeiten mit unserem Vorfahren? Natürlich! Wir machen seit Jahrtausenden Fehler. Und mache Fehler sind immer die selben. Positive Gemeinsamkeiten sind neben anderen die Emphatie und die Neugier, und der Drang sich mitzuteilen und sich zu unterhalten. Und selbstverständlich gibt es einige ganz natürliche Eigenheiten die wir als biologische Wesen heute genauso haben wie unsere Vorfahren sie hatten.

Wer sich stärker mit dem Gestern unserer Vorfahren beschäftigen will, kann dies fast immer und überall tun. Informationsmöglichkeiten gibt es reichlich. Eine klassische, vielleicht irgendwann altmodische, Einstiegsvariante ist der Besuch einer Bibliothek. Oder man geht in einen guten Buchladen. Es gibt immer noch Bücher mit bedruckten Papierseiten. Ein Buch zu lesen hat auch Vorteile gegenüber dem stundenlangem Anschauen eines Bildschirms. Auch etwas Filmisches zu sehen, beispielsweise eine gute Dokumentation, bringt diesbezüglich Erkenntnisse. Oder man sucht und findet einen Gesprächspartner, und spricht mit ihm, nicht nur mittels Telekommunikationstechnik, sondern direkt von Mensch zu Mensch. Was der beste Weg sein könnte,- das soll Jeder selbst bewerten.

Wenn nun Jemand enttäuscht oder gar verstimmt sein sollte, weil er oder sie etwas ganz rasend Interessantes erwartet hatte, dem sage ich jetzt einfach so auf den Kopf zu, ja, das wirkliche Leben von uns Menschen hat sehr oft etwas sehr Banales an sich. Wer hier vordergründig schnelllebigen Nervenkitzel sucht, braucht noch eine kurze oder lange Zeit für sich. Das Leben selbst korrigiert einiges.